17.01.2012 – Idar-Oberstein/Berlin:

»Wahre Werte« faszinierten auch Christian Wulff

Viel Anklang fanden die bei der Firma Faller fotografierten Edelsteinmarken, die Hartmut Koschyk (rechts), Parlamentarischer Staatssekretär im Finanzministerium, Bundespräsident Christian Wulff überreichte. Er wollte von Heike Faller (links) viel über Ede

Auf den neuen Edelstein-Wohlfahrtsmarken wird Idar-Oberstein zwar nicht genannt, doch die Schmuckstadt war bei der Übergabe der Serie mit den Klassikern Rubin, Smaragd und Saphir in Schloss Bellevue in Berlin allgegenwärtig. Dafür sorgte als Botschafter der Region vor allem die Firma Karl Faller aus Kirschweiler mit einer Schleifvorführung, von der auch Bundespräsident Christian Wulff offensichtlich sehr angetan war.

Dass der wegen des Privatkredits für sein Haus angeschlagene Präsident angespannt wirkte, fiel auch Heike Faller, Ehemann Dr. Konrad Henn und Jörg Lindemann, Geschäftsführer des Bundesverbandes der Edelstein- und Diamantindustrie auf. »Aber er war sehr interessiert und hat sich sehr viel Zeit genommen«, berichtet Heike Faller. Der Firmenchefin imponierte, dass er auch die Schleifer aus Idar-Oberstein per Handschlag begrüßte und sich mit ihnen angeregt unterhielt. Dabei schien er zwischenzeitlich sogar das Damoklesschwert zu vergessen, das immer noch über ihm schwebt.
Die noch nicht ausgestandene Affäre bescherte den neuen Wohlfahrtsmarken und damit auch den Edelsteinen und der Region Idar-Oberstein eine besondere Aufmerksamkeit bis hinein in die Hauptnachrichtensendungen des ZDF: Insgesamt rund 50 Pressevertreter, viel mehr als bei derlei Präsentationen üblich, waren erschienen. Die jüngsten Fragen und Enthüllungen zum Verhalten des Bundespräsidenten waren allerdings kein Thema. Stattdessen waren die Edelsteine die Stars dieses Termins, der mehr als anderthalb Stunden und damit länger als geplant dauerte. Was daran lag, dass etliche Gäste von der Vorführung und den in drei Vitrinen ausgestellten Prachtstücken ganz fasziniert waren. »Das war eine sehr kurzweilige, perfekt organisierte Veranstaltung – eine Präsentation par excellence. Der Funke ist übergesprungen«, bilanzierte Jörg Lindemann, Geschäftsführer des in Idar-Oberstein ansässigen Bundesverbandes der Edelstein- und Diamantindustrie. Er formulierte im Vorfeld die Texte für die nach seiner Meinung »wirklich sehr schönen Marken«, die nach seinen Worten „eine tolle Werbung für die gesamte Schmuck- und Edelsteinbranche sind“. Fotografiert wurden die darauf zu sehenden Steine bei der Firma Faller, die auch die Vitrinen in Schloss Bellevue mit ausgesuchten Rubinen, Smaragden und Saphiren bestückte.
Eigens für die Schleifvorführung im Schloss wurden die speziellen Werkstattmaschinen umgerüstet. Sie erhielten unter anderem Gummifüße, um Kratzer im Parkettboden des Ballsaals zu vermeiden. Dort mussten Anschlüsse für Wasser und Starkstrom gelegt werden, um den Weg vom Rohstein zur geschliffenen Ware zu demonstrieren. »Es war ein Riesenaufwand, aber es hat sich gelohnt. Die Resonanz war sehr positiv«, resümierten Heike Faller und Konrad Henn im Gespräch mit der Nahe-Zeitung.
Sie versäumten es nicht, den Bundespräsidenten und die mehr als 100 geladenen Gäste mit Hinweis auf die Fachmesse Intergem nach Idar-Oberstein einzuladen. Erste Kontakte hatte das Paar bereits bei einem Essen am Abend vor dem offiziellen Termin geknüpft, unter anderem mit Donata Freifrau Schenck zu Schweinsberg, Präsidentin des DRK und Vizepräsidentin der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtsverbände.
Wie deren Vertreter hofft jetzt auch Jörg Lindemann, dass die unter dem Titel »Wahre Werte« herausgebrachten Marken ein Verkaufsschlager werden. Dann nämlich könnte vielleicht in ein paar Jahren eine weitere Serie folgen. An dafür geeigneten Kandidaten mangelt es jedenfalls nicht: Vielleicht gibt es ja irgendwann weitere Wohlfahrtsmarken mit Tansanit, Mandarin-Granat, Turmalin, Opal oder einer anderen Schönheit aus der Wunderwelt der Edelsteine.
Die Edelstein-Wohlfahrtsmarken mit dem Titel »Wahre Werte« sind seit dem 2. Januar bei der Post und den Wohlfahrtsverbänden zu haben. Der Rubin ist auf der 55-Cent-Marke zu sehen. Zusätzlich sind 25 Cent zu zahlen, die in den Wohlfahrtstopf wandern. Der Smaragd schmückt die 90 Cent-Marke (plus 40 Cent Wohlfahrtsanteil), der Saphir die 145-Cent-Marke (plus 55 Cent). Das Trio befindet sich in bester Gesellschaft: Vor dieser Neu-Edition ist eine Loriot-Serie erschienen. Zum 500-jährigen Bestehen der Edelsteinregion war 1997 bereits eine Sonderbriefmarke erschienen. Nähere Infos zu der Edelstein-Serie gibt es unter www.wohlfahrtsmarken.de.

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