28.12.2011 – Idar-Oberstein:

Edle Wohlfahrtsmarken

Jörg Lindemann, Heike Faller und Dr. Konrad Henn präsentieren die neuen Wohlfahrtsbriefmarken mit Saphir, Smaragd und Rubin. (Foto: Hosser)

Unter tätiger Mithilfe aus Idar-Oberstein erscheinen Anfang Januar drei neue Wohlfahrtsmarken. Sie sind dem Rubin, Smaragd und Saphir – den Klassikern unter den Edelsteinen – gewidmet. Vertreter aus der Schmuckstadt sind auch dabei, wenn Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble die Erstdrucke am 11. Januar in Berlin Bundespräsident Christian Wulff als Schirmherr des Sozialwerks Wohlfahrtsmarken übergibt.

Eine aktive Rolle übernehmen dabei Heike Faller und ihr Mann Dr. Konrad Henn. Sie inszenieren zu diesem Anlass in Schloss Bellevue eine Schleifvorführung. So hat es sich der Bundespräsident gewünscht, um dieses Handwerk näher kennenzulernen. Während der anderthalbstündigen Veranstaltung führen Alexander und Dimitri Ditz sowie Schmuckpreisträger Hans-Günter Becker die Arbeitsschritte vor, mit denen aus einem Rohstein ein geschliffenes Prachtstück entsteht. Auch Werkstattleiter Eckhard Boor ist mit vor Ort.
Mit dem exklusiven Auftritt ist erheblicher Aufwand verbunden: Die Schleifböcke, die eigens für diesen Anlass umgerüstet werden müssen, werden mit einem Lkw in die Bundeshauptstadt transportiert. »Aber das ist uns diese Sache wert«, sagt Heike Faller. In ihrem Betrieb wurden die Fotos für die Marken gemacht. »Das ist gigantische Werbung für Idar-Oberstein«, frohlockt Jörg Lindemann, Geschäftsführer des Bundesverbandes der Edelstein- und Diamantindustrie. Die Marken erscheinen zwar – anders als die 1997 zum 500-jährigen Bestehen der Edelsteinregion herausgekommene Sonderbriefmarke – ohne einen Hinweis auf Idar-Oberstein. Sie tragen aber dazu bei, Edelsteine bekannter zu machen. »Davon profitieren indirekt auch wir.« In diesem Sinne sind alle Beteiligten aus Idar-Oberstein nicht nur von den Marken, sondern auch von dem Slogan »Wahre Werte« begeistert.
Am Anfang stand ein offizielles Schreiben des Finanzministeriums an den in Idar-Oberstein ansässigen Verband. Darin wurde vor nunmehr rund zwei Jahren die geplante Herausgabe der Marken angekündigt und um Hilfe gebeten. Die sagte Geschäftsführer Jörg Lindemann postwendend zu. »Danach passierte erst mal gar nichts«, erinnert er sich. Bis Anfang dieses Jahres plötzlich alles sehr schnell ging: Dabei stand die Frage nach dem bestmöglichen Bildmaterial im Mittelpunkt – und das kurz vor der Messe in Basel.
Acht Agenturen wetteiferten darum, den Auftrag für die Gestaltung der Marken zu ergattern. Der Geschäftsführer empfahl mehrere Firmen, um dort die Steine zu fotografieren. Bei der Firma Faller riefen fünf davon an. Zu denen, die eigens dafür anreisten, gehörte auch eine Foto-Designerin aus Berlin, die schließlich das Rennen machte.
Möglicherweise gibt es in den nächsten Jahren noch eine weitere Serie. Das hängt auch vom Erfolg des jetzt präsentierten Trios ab. Jörg Lindemann hat das Finanzministerium aber vorsorglich schon einmal darauf hingewiesen, dass es noch weitere tolle Edelsteine gibt, die es verdient haben, auf diese Art gewürdigt zu werden.
Die Edelstein-Wohlfahrtsmarken mit dem Titel »Wahre Werte« können bereits jetzt bestellt werden. Sie werden zum 2. Januar ausgeliefert. Ab dann sind sie auch bei der Post und den Wohlfahrtsverbänden zu haben. Der Rubin ist auf der 55 Cent-Marke zu sehen. Zusätzlich sind 25 Cent zu zahlen, die in den Wohlfahrtstopf wandern. Der Smaragd schmückt die 90 Cent-Marke (plus 40 Cent Wohlfahrtsanteil), der Saphir die 145 Cent-Marke (plus 55 Cent). Das Trio befindet sich in bester Gesellschaft: Vor dieser Neu-Edition ist eine Loriot-Serie erschienen.

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