Ausprobiert hat Stefan Häußler vieles: Der 30-jährige gebürtige Hechinger studierte zunächst Betriebswirtschaftslehre in Tübingen, dann Architektur in Konstanz und machte schließlich an der Pforzheimer Goldschmiedeschule den Abschluss zum staatlich geprüften Designer für Schmuck und Gerät. Doch damit nicht genug, denn 2007 schrieb er sich an der Fakultät für Gestaltung in den Bereich Schmuck und Objekte der Alltagskultur ein. »Man könnte sagen ich sei vielfältig interessiert, aber um es weniger eigenlöblerisch auszudrücken: Ich hatte einfach eine lange Orientierungsphase hinter mich zu bringen, bis ich da angelangt bin, wo ich hin wollte«, erläutert Häußler seinen Werdegang.
Sein Praxissemester hat er in der Goldschmiede von Iris Bodemer in Pforzheim absolviert, mit dem Ziel, dies mit einer eigenen Ausstellung zu beenden. Und er hat es geschafft: Im April waren einige seiner Broschen und Zeichnungen im Nebenraum des Geschäfts »Hausnummer 12« an der Jörg-Ratgeb-Straße 12 zu sehen.
Die Ausstellung hatte keinen Titel, aber man könnte sie mit dem Wort »Charaktere« umschreiben, denn Gesichtsausdrücke faszinieren den jungen Künstler. Der 30-Jährige hat zunächst zeichnerisch diese Charaktere entwickelt, die dann meist in Silber zu Broschen wurden. »Ich arbeite sehr spontan, was bedeutet, dass ich mich von im Moment bestehenden Stimmungen beeinflussen lasse. Diese bringe ich dann zu Papier«, beschreibt Häußler seine Arbeitsweise. »Danach werden die Schmuckstücke dann, diesen Zeichnungen entsprechend, angefertigt. So entstehen Figuren, die einen Charakterzug von mir oder von einem Menschen, dem ich begegnet bin, und der mich immer noch beschäftigt, widerspiegeln.« Zu sehen waren neben einem schüchternen Paar, traurigen Zombies und Musikerporträts auch Skulpturen mit tanzenden Männchen und einige freie Arbeiten.