03.06.2010 – Deutsches Goldschmiedehaus Hanau:

Ausstellung zu Emil Lettré und Herbert Zeitner

Das Deutsche Goldschmiedehaus Hanau zeigt Arbeiten von Herbert Zeitner und Emil Lettré.

Die Ausstellung mit über 200 Exponaten zeigt bis zum 1. August Schmuck, Gerät, Fotos und Entwürfe von Emil Lettré und Herbert Zeitner aus Privatbesitz, die von Leihgaben des Badischen Landesmuseums Karlsruhe, des Schmuckmuseums Pforzheim sowie der Staatlichen Zeichenakademie Hanau ergänzt werden. Zu Herbert Zeitner erscheint ein Katalog, der zum Preis von 18 € über das Deutsche Goldschmiedehaus Hanau bezogen werden kann.

Lettré (1876 – 1954) und Zeitner (1900 – 1988) leisteten in den 1920/30er Jahren einen wesentlichen Beitrag zur deutschen Schmuck- und Gerätgestaltung. Beide haben enge Verbindungen zur Goldschmiedestadt Hanau: Lettré wurde dort geboren und ausgebildet, 1933/34 leitete er kurzfristig die Staatliche Zeichenakademie. Zeitner übersiedelte als Kind nach Hanau und besuchte ebenfalls die Ausbildungsstätte für Goldschmiede. Das Experimentieren mit geometrischen Segmenten, das Miteinbeziehen kleiner Figuren, Blüten und Blattwerk stehen im Mittelpunkt von Zeitners Schaffen. Die bereits im Frühwerk angelegte »Figurine« durchzieht das gesamte Oeuvre. Die »Abstrakta« der Nachkriegszeit nennt der Künstler »Malereien in Metall mit hinten einer Nadel dran«. Neben dem Schmuck widmete sich Zeitner auch der Anfertigung von silbernem Tafelgerät, Accessoires und sakralen Objekten. Während Zeitner den stilistischen Entwicklungen der aufbrechenden Moderne offen gegenüberstand, hielt Lettré an der handwerklichen Tradition und einer klassizistischen Formensprache fest: Vor allem beim Silbergerät, den Prunkvasen und Ehrenpreisen hatte die aufwendige Oberflächengestaltung höchste Priorität, der griechische Akanthus kam sowohl im Juwelenschmuck wie auch im Tafelsilber immer wieder zur Anwendung.

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