10.05.2011 – Gold Meister GmbH:

Verkauf geht nach Insolvenzantrag weiter

Der Verkauf in den Shops der Gold Meister GmbH geht auch nach dem Insolvenzantrag für die ehemals mit rund 2,5 Millionen Kunden zweitgrößte deutsche Schmuckkette vorerst weiter. Dies teilte der vom Amtsgericht Hanau zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellte Rechtsanwalt und Sanierungsexperte Dr. Jan Markus Plathner von der Kanzlei Brinkmann & Partner Anfang Mai mit. Plathner und seine Kollegen der bundesweit tätigen Kanzlei haben mittlerweile in allen Shops eine erste Bestandsaufnahme gemacht und die notwendigen Maßnahmen in die Wege geleitet, damit der Geschäftsbetrieb trotz der zunächst angespannten Liquiditätssituation weitergehen kann.

»Die Mitarbeiter haben seit Mitte März keinen Lohn mehr bekommen, deshalb haben wir als eine der ersten Maßnahmen die Vorfinanzierung des ihnen zustehenden Insolvenzgeldes auf den Weg gebracht, damit wir weiter arbeiten können. Auch mit den Vermietern der Shops und Lieferanten werden wir in Kontakt treten«, so Plathner.
Zwischenzeitlich gab es auch bereits erste Gespräche über die weitere Stabilisierung und ein mögliches Sanierungskonzept für die Uhren- und Schmuckhandelsgruppe. »Wir müssen allerdings noch viele Hindernisse aus dem Weg räumen, bevor eine dauerhafte Lösung Gestalt annehmen kann«, betonte Plathner. »Inwieweit Sanierungschancen bestehen, kann zum derzeitigen Zeitpunkt noch nicht gesagt werden.« Klar sei, dass eine Erhaltung des Betriebs ohne neue Investoren nicht möglich ist. »Wesentliches Problem ist der kurze Insolvenzgeldvorfinanzierungszeitraum, innerhalb dessen wir die Sanierung stemmen und Interessenten finden müssen«, so Plathner weiter.
Gold Meister steht für eine langjährige Erfolgsgeschichte in der deutschen Uhren- und Schmuckindustrie. Nach der Eröffnung des ersten Shops in 1987 nahm das Wachstum des Unternehmens mit seinem Shop-in-Shop-Konzept schnell Fahrt auf. 1992 konnte bereits der 100ste Shop eröffnet werden. Die Idee, vornehmlich in Einkaufszentren und Warenhäusern mit hoher Publikumsfrequenz eigenentwickelte Uhren- und Schmuckmarken wie Goldea, GM Inspirit, GM Uhren, Magic Signs, Silbella etc. genauso anzubieten wie angesagte Fremdmarken, war zunächst sehr erfolgreich. Nachdem 2008 noch die 150te Shoperöffnung gefeiert werden konnte, wurde der expansive Wachstumskurs des Unternehmens in der Folge durch die Auswirkungen der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise abrupt gebremst. Der danach einsetzende Umsatzeinbruch und der anhaltend hohe Liquiditätsbedarf zehrten die Substanz des Unternehmens auf, sodass es schließlich seinen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen konnte.
In der Unternehmenszentrale in Hanau sind über 50 Mitarbeiter beschäftigt, der Großteil der insgesamt über 700 Mitarbeiter arbeitet jedoch in den über die gesamte Bundesrepublik verteilten Shops.

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