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Nach nunmehr fast zweimonatigen, intensiven Ermittlungen in enger Zusammenarbeit mit den Kollegen der Polizeipräsidien Bonn und Mittelfranken ist es der Ermittlungsgruppe »Gold« bei der Polizeidirektion Ludwigsburg gelungen, den am 15. Dezember 2009 in Ludwigsburg verübten, spektakulären Raub auf einen Goldtransport aufzuklären.
Im Rahmen einer minutiös geplanten Durchsuchungsaktion an insgesamt zwölf Objekten in Bonn, Meckenheim, Rheinbach und Wesseling (NRW), an der neben rund 70 Beamten von Schutz- und Kriminalpolizei aus Ludwigsburg und Bonn auch fünf Sondereinsatzkommandos aus Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen, ein Mobiles Einsatzkommando und die Polizeihubschrauberstaffel Baden-Württemberg beteiligt waren, konnten am Donnerstagmorgen vier der bislang acht ermittelten Tatverdächtigen vorläufig festgenommen werden. Die Durchsuchungen führten darüber hinaus zur Sicherstellung von Beweismitteln.
Bis heute sind die Ermittler über 330 Spuren nachgegangen und setzten daneben mit intensiver Öffentlichkeitsarbeit auf die Unterstützung der Bevölkerung. Zug um Zug ist es der Ermittlungsgruppe »Gold« im Folgenden gelungen, eine Gruppe mutmaßlicher Tatverdächtiger zu identifizieren, bei denen es sich im sechs türkische, jordanische und iranische Staatsangehörige im Alter von 21 bis 37 Jahren und zwei 23- und 24jährige Deutsche handelt. Als Kopf der Gruppierung sehen die Ermittler derzeit den 25-Jährigen Kawa Homam-Ghazi aus Rheinbach an, der zusammen mit seinem in Bonn wohnhaften 28jährigen Landsmann Giwar Hajabi, der in der Rapper-Szene als Xatar bekannt ist, die Fäden gezogen und die Tat maßgeblich vorbereitet haben dürfte. Dazu gehörte unter anderem die Beschaffung von Handschließen und anderen polizeitypischen Requisiten, die den am 15. Dezember an der Autobahnanschlussstelle Ludwigsburg-Nord verübten Raub zunächst als einen Polizeieinsatz erscheinen ließen und aus einem Geschäft im Raum Freiburg stammen. Beide sind derzeit flüchtig und halten sich möglicherweise in Osteuropa auf. In ihrer Begleitung dürfte sich nach den bisherigen Erkenntnissen auch der 26jährige Sami Abdel Hadi aus Bonn befinden. Ebenso flüchtig ist derzeit der 21jährige Sidar Coskun aus Meckenheim.
An einer der bei der Tat verwendeten Handschließen wurden DNA-Spuren gesichert, die mittlerweile einem 21-Jährigen aus Meckenheim zugeordnet werden konnten. Er wurde, wie auch ein 24jähriger Deutscher, am Donnerstagmorgen von den Einsatzkräfte in Bonn und Rheinbach festgenommen. Zwei weitere Männer, die sich zum Zeitpunkt der Durchsuchungsmaßnahmen in den zwei Wohnungen aufgehalten hatten, wurden nach Durchführung kriminaltechnischer Maßnahmen mittlerweile wieder auf freien Fuß gesetzt.
Bei den Durchsuchungen stellten die Beamten ein Pistolenholster, mehrere Anscheinswaffen und daneben eine polizeitypische Weste, eine Schutzweste sowie Wollhandschuhe sicher, die bei der Tatausführung verwendet worden sein könnten. Darüber hinaus fanden die Ermittler verschiedene schriftliche Unterlagen, die einen Zusammenhang mit dem Raub erkennen lassen.
Die beiden Festgenommenen, ein 21jähriger Türke und ein 24jähriger Deutscher wurden nach ihrer Festnahme mit einem Polizeihubschrauber nach Ludwigsburg gebracht und werden auf Antrag der Staatsanwaltschaft Stuttgart dem Haftrichter vorgeführt. Mittlerweile hat dieser beim Amtsgericht Stuttgart Haftbefehl wegen gemeinschaftlichen schweren Raubes erlassen und sie in die Justizvollzugsanstalt eingewiesen.
Von dem geraubten Gold fehlt unterdessen noch jede Spur. Ebenso noch nicht aufgefunden wurden die bei der Tat verwendeten Fahrzeuge. Die Kriminalpolizei geht weiter davon aus, dass die Tatverdächtigen am Tag des Raubes im Bereich von Mundelsheim beim Verladen des Raubgutes aus dem gestohlenen Sprinter in den roten VW-Bus von einem Jogger beobachtet wurden. Dieser Mann hat sich bislang nicht gemeldet und wird gebeten, sich mit der Kriminalpolizei Ludwigsburg in Verbindung zu setzen.
Die Fahndung nach den vier flüchtigen Tatverdächtigen läuft indes auf Hochtouren. Hinweise zum Aufenthaltsort der Gesuchten nimmt die Kriminalpolizei Ludwigsburg, Tel. 07141/18-9 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.
Technisch-wissenschaftliche Grundlagen des Goldschmiedens
Band 1: Grundtechniken der Herstellung von Schmuck und Gerät; Übersicht über Stoffe und Fertigungsverfahren