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250 Jahre Pforzheim: Goldstadt beginnt Feierlichkeiten im November

2017 feiert Pforzheim ihre Schmuck- und Uhrenindustrie, 250 Jahre »Goldstadt«. 1767 erteilte der Markgraf Karl Friedrich die Erlaubnis in Pforzheim eine Uhren- und Schmuckfabrik zu errichten, das war der Beginn einer einzigartigen Erfolgsgeschichte, die sich bis heute in der Ansiedlung von neuen Industrien und innovativen Wirtschaftszweigen fortsetzt. Im Jubiläumsjahr bietet die Goldstadt jede Menge Events, Ausstellungen, Theater und Konzerte.

Gold im Blick: Die Stadt Pforzheim feiert ihr 250. Jubiläum ab November dieses Jahres bis Oktober 2017 mit mehr als 200 Veranstaltungen. Foto: Copyright Wellendorff Gold-Creationen, Pforzheim

Die »Goldstadt« Pforzheim ist seit 250 Jahren Heimat wichtiger Schmuck- und Uhrenindustrie. Bis heute produzieren kreative Köpfe, Schmuckdesigner und Goldschmiede aus Pforzheim etwa 80 Prozent der deutschen Schmuckwaren und es gibt in Pforzheim die einzige Goldschmiedeschule mit Uhrenmacherschule der Bundesrepublik. Bekannte Uhrenmarken wie Aristo, Laco und Stowa und Schmuckunternehmen wie Wellendorff oder Victor Mayer sind hier ansässig. Die Pforzheimer Hochschule festigt den Ruf als internationale Design- und Innovations-Metropole. Das EMMA-Kreativzentrum bietet jungen Netzwerkern viele Möglichkeiten. Schmuckkunst aus fünf Jahrtausenden gibt es im weltweit einzigartigen Schmuckmuseum Pforzheim zu bestaunen, das mit einer Sonderausstellung ab 25. November das Jubiläum einläutet. Das komplett umgestaltete Technische Museum wird am 8. und 9. April 2017 in moderner Ausstellungskonzeption neu eröffnet. An historischen Maschinen wird unter anderem das Guillochieren gezeigt, ein Verfahren, bei dem komplexe Linienmuster ins Material gearbeitet werden. Aus dieser Tradition sind moderne Präzisions-, Medizin- und Stanztechnologien entstanden, die für Mikroimplantate, wie Stents benötigt werden und beispielsweise von Admedes Schuessler GmbH produziert werden. Forestadent, eine ehemalige Uhren- und Schmuckproduktionsfirma ist heute führender Anbieter dentaltechnischer Produkte für die moderne Kieferorthopädie. Erfolgreich entwickelte sich auch die Witzenmann-Gruppe: 1854 als Schmuckwarenfabrik gegründet, legte Heinrich Witzenmann 1885 mit der Erfindung des Metallschlauchs die Basis für einen neuen Industriezweig.

Über 200 Veranstaltungen zum Jubiläum ab November 2016 bis Sommer 2017

Mit über 200 unterschiedlichen Veranstaltungen feiert Pforzheim: Den Auftakt bildet Ende dieses Jahres die große Sonderausstellung »Mechanik en miniature – Armbanduhren der Luxusklasse« ab 25. November im Schmuckmuseum. Rund 80 bis 100 Armbanduhren sind zu bewundern, überwiegend aus aktuellen Produktionen. Im Fokus steht die herausragende Technik sowie die Besonderheiten mechanischer Uhrwerke. Das Pforzheimer Theater stellt die komplette nächste Spielzeit unter das Motto »El Dora-do« und mit dem international renommierten Open-Air Theater Titanick wird das Theaterspektakel »Goldrausch« auf den Straßen im Zentrum der Stadt erlebbar. Bei der großen Eröffnungsgala am 12. Mai 2017 wird der charismatische Startenor José Carreras im CongressCentrum Pforzheim singen. Am 8. Juli erwartet die Besucher ein weiteres Highlight mit den »Musikalischen Juwelen« des Südwestdeutschen Kammerorchesters im Stadtgarten. Und schon am nächsten Tag sind alle Interessierten aufgerufen, sich an der »Rassler-Stern-Wanderung« zu beteiligen, auf den Spuren vieler Handwerker und Arbeiter zu wandeln, die bepackt mit rasselnden Butterdosen und genagelten Schuhsolen täglich zu Fuß in die Goldstadt kamen. Handwerk zum Anfassen gibt es an der »langen Werkbank« am 8. Juli in der Innenstadt. Wie sich alte Techniken neu interpretieren lassen, zeigt das Kreativzentrum EMMA mit »Pforzheim revisited« (bereits ab 4. Mai), wobei sich junge Designer, Studenten und Stipendiaten beteiligen. Auch das Thema Luxus wird von allen Seiten beleuchtet. Zahlreiche Vorträge und Workshops ergänzen das umfangreiche Programm, das mit der Doppelausstellung »Must-haves - Schmuck großer Juweliere/ Must-sees - Schmuck in der Kunst«, die ab 21. Mai im Schmuckmuseum präsentiert wird noch einen weiteren Höhepunkt erlebt. Unter dem Titel »Echt unecht – Schmuck aus Pforzheimer Industrieproduktion« beleuchtet das Stadtmuseum Pforzheim, ab 28. Mai, spannende Aspekte der Industrieproduktion. Wer dann »Lust auf Schmuck« bekommt, sollte sich die Verkaufsausstellung für Designschmuck am 1./2. Juli nicht entgehen lassen. Ob visuelle Kunst auch ist, was sie scheint? Die »Timeless machine« zeigt Licht- und Multimediaprojektionen von Alexander Stublić am Industriehaus. Ab dem 23. Juni lassen sie die Stadtgeschichte zu Schmuck, Uhren, Design aufleben und werfen einen spannenden Blick auf die Erfolgsgeschichte innovativer Ideen sowie Industrien, die aus der Traditionsindustrie entstanden sind. Die reiche Palette der Angebote endet am 8. Oktober 2017 mit einem Goldstadt-Marathon. Ein Jubiläum für alle, zum Teilnehmen, Staunen, Mitmachen, Entdecken und Träumen. Gesamtkoordinator Gerhard Baral freut sich schon auf das Festival: »Das ist die große Chance sich zu besinnen auf die eigenen Stärken, die Innovationskraft und daraus die Möglichkeiten für die Zukunft abzuleiten. Aus dem Jubiläum entsteht dann die Ornamenta II im Jahre 2022 als Forum für Design-, Architektur- und Standentwicklung. Die Stadt stellt sich für die Zukunft auf und setzt Zeichen sich zu positionieren. Es werden viele Menschen eingebunden und bewegt sich mit der Geschichte, der Gegenwart und der Zukunft unseres gemeinsamen Lebensraums auseinanderzusetzen.«

28 Jubiläumsbotschafter haben den heißen Draht zur Goldstadt bewahrt

Den Wirtschaftsweisen Peter Bofinger, Berlinale Chef Dieter Kosslick und die Schauspielerin Ulrike Grote verbindet die Goldstadt, sie wuchsen in Pforzheim auf und zusammen mit weiteren 25 bekannten Personen sind sie Botschafter für das Jubiläum Goldstadt 250. Bernhard Prinz von Baden und Géza von Habsburg-Lothringen konnten ebenfalls als Jubiläums-Botschafter gewonnen werden. Auch bekannte Musiker wie Sänger Peter Freudenthaler von der Band »Fouls Garden«, Jazztrompeter Sebastian Studnitzky und Tenor Jay Alexander gehören ebenso dazu wie der in New York lebende Digitalkünstler Manfred Mohr, dessen Großvater Victor Mayer war. Weitere Infos unter: www.goldstadt250.de

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