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Auf den Spuren des Ferdinand Adolph Lange

Reisen bildet und erweitert den Horizont. Davon wusste schon Ferdinand Adolph Lange ein Hohes Lied zu singen. Während seiner Lehr- und Wanderjahre entwickelte er die Idee zur Gründung seiner Glashütter Uhrenmanufaktur. London, Paris und die Schweiz lauteten seine Stationen in den Jahren zwischen 1837 und 1841. Und am 7. Dezember 1845 startete er bekanntlich im abgeschiedenen Müglitztal mit der Ausbildung von Uhrmacherlehrlingen. Ziemlich genau 165 Jahren Jahre später rief das Unternehmen, welches seit 1990 wieder seinen Namen führt und ausschließlich mechanische Luxusuhren mit Edelmetallgehäusen fertigt, den »F. A. Lange Scholarship & Watchmaking Excellence Award« ins Leben. Dabei handelt es sich um ein Fortbildungsprogramm für talentierte junge Uhrmacher aus aller Welt.

Den Beginn markiert eine zehntägige Studienreise nach von Dresden und Glashütte nach London Paris, Genf und ins Vallée de Joux, das mit dem Müglitztal einiges gemeinsam hat. Dort können die angehenden Uhrmacher analog zu F.A. Lange ganz unterschiedliche Eindrücke sammeln. Stationen sind das National Maritime Museum in Greenwich mit seinen berühmten Harrison-Uhren, das Observatoire de Paris sowie die Manufaktur von Jaeger-LeCoultre und die Werkstätten des renommierten Schweizer Uhrmachers Philippe Dufour. Auch das mit uhrmacherischen Komplikationen gespickte Patek-Philippe-Museum steht auf dem Plan. Anschließend sollen die sieben handverlesenen Absolventen weiblichen und männlichen Geschlechts aus der Schweiz, Japan, Frankreich, Deutschland, Dänemark und Finnland in einem Wettbewerb ihr Können schon in jungen Jahren beweisen. Die Auswahl erfolgte nach Benennung ihrer besten Schüler durch 30 führende Uhrmacherschulen aus aller Welt.

Die Aufgaben besteht in der Konstruktion und Herstellung eines voll funktionsfähigen Mechanismus zur Darstellung der Zeitgleichung zwischen wahrer und mittlerer Sonnenzeit (Äquation) auf der Basis des Handaufzugskalibers Eta 6497. Die Arbeiten bewertet eine Expertenjury, welche sich aus Uhrmachern, Konstrukteuren, Wissenschaftlern und Fachjournalisten zusammensetzt. Bewertungskriterien sind neben der Originalität und Neuartigkeit der Idee die Funktionalität sowie die technische und handwerkliche Qualität der Umsetzung. Sinnigerweise erfolgt die Bekanntgabe des Siegers am Gründungstag des Ur-Unternehmens, also am 7. Dezember 2010. Dem Sieger winken 10.000 € – aber nicht für ein Auto oder eine Luxusuhr, sondern ganz dezidiert für weiterführende uhrmacherische Studien. So mach Nachwuchsförderung wirklich Sinn.

 

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