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Foto: Swatchgroup

Swatchgroup: Schweizer Uhrenhersteller ist auf einem guten Weg

Das erste Halbjahr 2017 war wie im Vorjahr von weltweiten Turbulenzen geprägt. Swatch Group ist jedoch mit ihren starken 20 Marken und dem eigenen Retailnetz weltweit sehr gut vertreten und konnte daher im ersten Halbjahr einen Nettoumsatz von 3.705 Millionen Schweizer Franken erwirtschaften (+1.2 Prozent zu konstanten Wechselkursen).

Der Umsatz bei Uhren und Schmuck war in Lokalwährung sehr positiv, heißt es laut Konzern, insbesondere im oberen Segment, wo hohes zweistelliges Wachstum im eigenen Retail erzielt wurde. Der überbewertete Schweizer Franken dämpfte das Wachstum im ersten Halbjahr. Trotzdem bleibt die Swatch Group bei ihrer konsumentenfreundlichen und defensiven Preispolitik.

Entwicklung in den Segmenten und Ländern

Die Umsatzentwicklung bei Uhren- und Schmuck war sehr positiv, wurde jedoch gedämpft durch die weiterhin ungünstige Wechselkurssituation sowie durch die tieferen Produktionsumsätze an Dritte. Das gesamte Segment erzielte einen Nettoumsatz von 3.576 Millionen Schweizer Franken Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Rückgang von 0.3% zu aktuellen Wechselkursen, jedoch eine Steigerung von 1.2% zu konstanten Wechselkursen. 

Die Umsätze entwickelten sich in Lokalwährungen je nach Region unterschiedlich. Laut Swatchgroup verzeichnete China einen markanten Zuwachs. Die Verkäufe in Hong Kong haben sich stabilisiert. Japan zeigte ein unheinheitliches Bild. Die Verkäufe an die lokale Kundschaft waren sehr positiv, hingegen sanken die Verkäufe an chinesische Touristen infolge der negativen Währungssituation. Im Middle East verzeichnete die Swatch Group ein starkes Wachstum. In Europa legten die Verkäufe der Marken gemessen am Vorjahreshalbjahr zu, dies in Grossbritannien, Spanien, Italien und auch wiederum in der Schweiz. Der nordamerikanische Markt zeigt Wachstum in Lokalwährung insbesondere im eigenen Einzelhandelsnetz. Mit der Umrechnung der Verkäufe zu einem schwachen US-Dollar verbleibt jedoch kein Wachstum in Schweizer Franken. Der Großhandel ist im Begriff, in vielen Regionen wieder Vertrauen zu fassen, dies dank der guten Konsumstimmung und der positiven Resultate im eigenen Einzelhandelsbereich. Die im Uhren- und Schmucksegment integrierte Produktion verzeichnete eine geringere Auslastung gegenüber der Vergleichsperiode vom Vorjahr. Insbesondere Drittmarken sind sehr verunsichert und verzögern Aufträge. Hingegen haben die eigenen Marken die Bestellungen gegenüber Vorjahr erhöht. Bei einzelnen Komponenten, insbesondere bei den Uhrenschalen wurde die Produktion bereits wieder hochgefahren. Auch wurde die integrierte Goldproduktion, von der Gießerei bis zur Fertigung von Halbfabrikaten, an einem Produktionsstandort in der Schweiz zusammengefasst, woraus sich nicht nur Synergien ergeben, sondern auch der gesamte Produktionsfluss optimiert wurde. Das Segment Elektronische Systeme generierte im 1. Semester dieses Jahres einen Nettoumsatz von 133 Mio Schweizer Franken, was einem leichten Rückgang von 2.2 Prozent entspricht. Die Verkäufe sind sehr sensitiv in Bezug auf die Frankenstärke gegenüber dem US-Dollar und dem japanischen Yen, was im 1. Halbjahr diesem Industriebereich nicht entgegen kam. Hier kann man feststellen, dass die Industrie den Frankenschock nicht ausgleichen konnte. Das operative Betriebsergebnis im Segment der Elektronischen Systeme schloss eigenen Angaben zufolge mit einer schwarzen Null ab.

Betriebsergebnis und Konzerngewinn

Trotz der geringeren Auslastung in der Produktion und im Segment Elektronischer Systeme konnte ein operatives Betriebsergebnis von 371 Millionen Schweizer Franken erzielt werden, was einer operativen Marge von 10.0 Prozent entspricht. Der Konzerngewinn erreicht 281 Millionen Schweizer Franken oder 7,6 Prozent zum Nettoumsatz. 

Produkte Highlights

Die Speedmaster Omega, nun im 60. Jubiläumsjahr, bleibt und ist laut Konzernaussagen ein »absoluter Bestseller«. Die im Januar lancierte »Speedy Tuesday« war online (Instagram) in rund vier Stunden ausverkauft. Swatch sorgte mit der Lancierung der New Skin, Swatch X You und Sistem51 Irony für gute Umsätze. Die Erstauflagen der Master Collection Blue bei Longines und der Ballade Silizium und T-race Cycling bei Tissot sorgten für hohe Volumen. Insbesondere im Prestige- und Luxussegment beschleunigten die neuen Produkte das Wachstum in den hohen zweistelligen Bereich, heißt es. Harry Winston wuchs nicht nur im Bereiche der Haute Joaillerie Kollektionen Lotus Cluster, Art Deco und Sunflower, sondern auch mit neuen exklusivsten Uhrenmodellen wie der Midnight Date Moon Phase. Breguet war erfolgreich mit den neuen Damenuhren Tradition und Phase de Lune und Blancpain mit der Kollektion Villeret und Bathyscaphe.

Investitionen

Über alle Segmente hinweg investierte die Swatchgroup im 1. Halbjahr 2017 insgesamt 204 Millionen Schweizer Franken in Betriebsaktiven. Das eigene Retailnetz wurde gezielt um neue Boutiquen an besten Lagen in Wachstumsregionen erweitert und die Produktion mit neusten Anlagen optimiert. Bedeutende Investitionen wurden auch im weltweiten Kundendienst getätigt.

Ausblick zweites Halbjahr 2017

Die Swatchgroup erwartet ein sehr positives Wachstum in Lokalwährungen im zweiten Halbjahr. Neben dem bereits starken eigenen Einzelhandel dürfte sich auch der Großhandel mit der schrittweisen Auflösung der Verunsicherung bei den einzelnen Händlern positiv entwickeln. Zudem wird das weitere Wachstum auch bei allen Produktionsbereichen eine bessere Auslastung generieren.

Omega und das IOC haben den Vertrag für die Zeitmessung der Olympischen Spiele um weitere 10 Jahre bis und mit den Spielen 2032 verlängert, so dass sich die Dauer von Omega als offizieller Zeitmesser an den Olympischen Spielen auf nun insgesamt 100 Jahre belaufen wird. Omega wird im zweiten Halbjahr Neuheiten auf den Markt bringen wie die Seamaster Planet Ocean Big Blue, den Speedmaster Racing Co-Axial Chronometer und die Speedmaster 38-Millimeter-Kollektion. Blancpain, mit den neuen Bathyscaphe 38 Millimeter sowie der Damenuhr Villeret 6104, und Breguet mit der Tradition Dame und Classique Phase de Lune soll das Wachstum unterstützen werden. Zusammen mit den neuen Kollektionen von Harry Winston soll der ganze Bereich der Prestige- und Luxusmarken das Wachstum im 2. Halbjahr weiter beschleunigt werden. Tissot soll mit der Lancierung der Chrono XL NBA und Every Time Swissmatic für weiteren Aufschwung sorgen. Swatch lancierte außerdem kürzlich in Shanghai die neue Swatch Pay, welche die volle Funktion einer Kreditkarte hat, in Partnerschaft mit UnionPay und 11 chinesischen Banken.

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