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Nominal, also unter Berücksichtigung der Inflationsrate, liegt der Umsatzrückgang lediglich bei minus 0,7 Prozent, real bei knapp minus 5 Prozent.

Juwelierfachhandel verliert: 5 Prozent weniger Umsatz im Jahr 2016

  • 01.02.2017
  • Handel
  • U.J.S. Redaktion

Im zurückliegenden Jahr konnte der Einzelhandel im engeren Sinne, also ohne Kraftfahrzeuge, Apotheken, Tankstellen und Brennstoffe, seine Erlöse nominal um 2,3 Prozent, preisbereinigt um 1,6 Prozent steigern. Doch von der anhaltenden Kauflust der Deutschen profitieren nicht alle Händler, damit ist vor allem der Juwelierfachhandel gemeint.

Der Einzelhandel konnte seinen Umsatz damit in nominaler Rechnung zum siebten Mal in Folge steigern. Auch preisbereinigt ist seit 2010 ein spürbarer Anstieg zu verzeichnen, heißt es laut Handelsverband Deutschland (HDE). 

Nicht alle Branchen profitierten

Jedoch zeigt sich in den einzelnen Branchen ein deutlich unterschiedlicher Verlauf. Überdurchschnittlich erfolgreich war auf Basis der vorliegenden differenzierten Branchendaten des Statistischen Bundesamtes bis November 2016 der Einzelhandel mit Fahrrädern, Sport- und Campingartikeln, Schuhen, Kosmetik und Körperpflegeprodukten sowie der Onlinehandel. Abermals deuten diese Ergebnisse darauf hin, dass insbesondere der persönliche Bedarf und Freizeitausstattung im Fokus der Verbraucher standen. Aber nicht alle Händler konnten im Jahr 2016 gleichermaßen von der Kauflust profitieren. Vor allem Händler von Uhren, Schmuck, Keramik und Glaswaren haben Umsatzeinbußen von preisbereinigt knapp fünf Prozent zu beklagen, auch der Bekleidungshandel, nach dem Lebensmittelhandel zweitgrößte Branche, verfehlte das Vorjahresniveau um 0,9 Prozent.

Das Weihnachtsgeschäft 2016 brachte eine Entwicklung nur leicht oberhalb des Jahrestrends. Nach den vorläufigen Ergebnissen der amtlichen Einzelhandelsstatistik erzielten die Unternehmen in November und Dezember ein Umsatzvolumen von 89,8 Mrd. Euro (HDE-Prognose 91,1 Mrd. Euro). Dies entspricht einem Plus zum Vorjahr von 2,4 Prozent (HDE-Prognose +3,9%).

Handel erwartet kleines Umsatzplus in 2017

Trotz guter Rahmenbedingungen rechnet der Handelsverband Deutschland (HDE) für 2017 im Einzelhandel nur mit einem leichten Umsatzwachstum von nominal 2 Prozent im Vorjahresvergleich. Dabei wächst allein der Online-Umsatz um 11 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. »Der ECommerce steht für fast 50 Prozent des Jahreswachstums. Das setzt traditionelle Handelsstandorte wie die Innenstädte zunehmend unter Druck«, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Viele Stadtzentren stehen vor der Herausforderung, dass immer weniger Kunden den Weg zu ihnen finden. Darunter leiden insbesondere innenstadt-affine Branchen wie der Textilhandel. Genth fordert deshalb gleiche Wettbewerbsbedingungen zwischen dem E-Commerce und den Geschäften in der Innenstadt. So stehe angesichts des rund um die Uhr geöffneten Online-Handels mehr Planungssicherheit bei Sonntagsöffnungen ganz oben auf der Agenda des HDE. Die Klagewelle von Verdi gegen bereits genehmigte Öffnungen habe im Handel große Unsicherheiten ausgelöst. Für vitale Innenstädte ist der Handel unverzichtbar. »Es ist dringend notwendig, die Aufenthaltsqualität in den Innenstädten deutlich zu verbessern, sonst werden Ladenschließungen vielerorts bald zum Alltag gehören. An einigen Standorten müssen wir über intelligente Schrumpfungsstrategien nachdenken«, so Genth. Denn dauerhafte Leerstände seien Gift für die Attraktivität der Stadtzentren.

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