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Die Deutschen machen sich die meisten Sorgen

  • 07.06.2010
  • Fakten
  • U.J.S. Redaktion

Die Lage am Arbeitsmarkt bleibt sowohl für die Europäer insgesamt als auch für die Deutschen die größte Sorge. Im Vergleich zum Vorjahr nimmt die Besorgnis noch etwas zu. In acht der elf untersuchten Länder ist die Arbeitslosigkeit das am häufigsten genannte Problem. Mit einigem Abstand folgen die Themen Preis- und Kaufkraftentwicklung sowie die wirtschaftliche Stabilität. Bei der Sorge um die Konjunktur entspannt sich die Lage, das Thema liegt aber immer noch auf Rang drei in Europa. Insgesamt machen sich die Deutschen in Europa die meisten Sorgen. Zwar sind die Bürger in Deutschland aktuell etwas weniger über die wirtschaftliche Situation beunruhigt, das Thema belegt aber nach wie vor Platz zwei.

Mit einem Anstieg um neun Prozentpunkte zeigen sich 2010 zwei Drittel der Deutschen besorgt über die Situation auf dem Arbeitsmarkt. Tatsächlich hat im Zuge der Rezession auch die Arbeitslosigkeit zugenommen, der Anstieg fällt allerdings merklich geringer aus als zuvor befürchtet (von 7,3 % in 2008 auf 7,5 % im Januar 2010 laut OECD). Die wachsende Besorgnis kann an den unsicheren Zukunftsaussichten liegen, unter denen Prognosen schwer zu treffen sind. So erwarteten die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute in ihrem Frühjahrsgutachten 2009 noch einen Anstieg der Arbeitslosenzahl auf fünf Millionen bis Ende 2010. Im Frühsommer 2010 sind aber nur rund 3,6 Millionen Erwerbslose in Deutschland gemeldet, und in ihren aktuellen Gutachten rechnen die Institute sogar mit sinkenden Arbeitslosenzahlen.

»Die größte Sorge der Deutschen in 2010 ist und bleibt die Arbeitslosigkeit. Das war die letzten 20 Jahre so. Da gab es nur einmal ein Jahr, in dem das anders war: Das war im Jahr 1992. Da bewegte uns Deutsche vor allem das Thema Zuwanderung und Integration«, kommentiert Dr. Wildner, Geschäftsführer und Vize-Präsident des GfK Vereins das Ergebnis.

Die Sorge um die wirtschaftliche Entwicklung ist nach einem explosionsartigen Anstieg im letzten Jahr wieder um zehn Prozentpunkte zurückgegangen, belegt mit 26 % aber immer noch Platz zwei des Deutschen Rankings. Mit einem Minus von fünf % des Bruttoinlandsprodukts erlebte die deutsche Wirtschaft 2009 den stärksten Einbruch seit Bestehen der Bundesrepublik. Für 2010 wird mit einem Anstieg der Wirtschaftsleistung um circa 1,4 % eine leichte konjunkturelle Erholung prognostiziert.

Nachdem die Besorgnis über die Entwicklung der Preise und der Kaufkraft im letzten Jahr von 37 % auf 13 % gesunken ist, sehen hier derzeit wieder 24 % der Deutschen Handlungsbedarf. Die Inflationsrate lag 2009 im Jahresdurchschnitt bei nur 0,4 % (OECD), seit Jahresbeginn 2010 sind jedoch wieder leicht steigende Teuerungsraten zu beobachten.

Mehr als verdoppelt hat sich die Sorge um das Gesundheitswesen. Mit 21 % zeigten sich seit 1990 noch nie so viele Deutsche beunruhigt über die Versorgung im Krankheitsfall. Damit landet das Thema in diesem Jahr auf Platz vier des Sorgenrankings. Tatsächlich rückt die Reformbedürftigkeit des deutschen Gesundheitssystems angesichts von Milliardendefiziten der gesetzlichen Krankenkassen, erstmals erhobener Zusatzbeiträge und der Diskussion um eine Kopfpauschale wieder stärker in den Fokus.

Mit einem Anstieg von 9 % auf 19 % hat auch das Thema Renten beziehungsweise die  Altersversorgung stark an Brisanz gewonnen und liegt aktuell auf Platz fünf. Während die Altersbezüge im Vorjahr noch um fast 2,5 % gestiegen sind, müssen sich die Senioren in diesem Jahr mit einer Nullrunde begnügen.

Der Themenkomplex der sozialen Sicherung belegt Rang sechs der Sorgenliste. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Forderung nach mehr sozialer Gerechtigkeit um vier  Prozentpunkte auf 17 % gestiegen, der bislang höchste Wert. Eine gerechtere Einkommensverteilung wird dabei besonders häufig angemahnt.  

Auch das Thema Kriminalität beschäftigt die Deutschen wieder mehr. Nach einem Rückgang im Vorjahr ist der Wunsch nach verstärkter Verbrechensbekämpfung um sieben Prozentpunkte auf 15 % gestiegen und belegt damit den siebten Platz. Sicherlich hängt die Besorgnis darüber stark von der Berichterstattung über Kriminalität in den Medien ab, die in diesem Jahr von Straftaten im Zusammenhang mit Jugendlichen sowohl als Opfer als auch als Täter geprägt war.

 

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