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Georges Kern verlässt Richemont und wechselt zu Breitling.

Richemont: Uhrenchef verlässt überraschend das Unternehmen

Der Uhrenchef Georges Kern hat überraschend und mit sofortiger Wirkung den Luxusgüterkonzern Richemont verlassen.

Erst im April war der Marketing-, Uhren- und Digitalchef im Zuge eines Führungsumbaus ins Führungsgremium Executive Committee aufgerückt, heißt es Schweizer »Blick«. Laut der Westschweizer Zeitung »Le Temps« wird er Chef der Traditionsmarke Breitling, welche vor kurzem zu 80 Prozent an den britischen Finanzinvestor CVC Capital Partners verkauft wurde. Er habe zudem die Möglichkeit, Mitbesitzer von Breitling zu werden.

Kern sei aus allen Führungsgremien zurückgetreten: Beim Senior Executive Committee und beim Group Management Committee. Seine Verantwortungsbereiche Uhrenfertigung, Marketing und digitale Aktivitäten werden nun direkt an die Geschäftsleitung berichten.

Die Schweizer »Handelszeitung« meldet zudem, dass derzeit ein Nachfolger für Kern nicht gesucht werde. Das hätte eine Richemont-Sprecherin auf Anfrage berichtet. Das vierköpfige Senior Executive Committee verfüge über genügend Know-how, um die »Watchmaking, Marketing and Digital«-Aktivitäten zu betreuen.

Die Schweizer »Handelszeitung« geht aufgrund von Mutmaßungen von Jon Cox vom Broker Kepler Cheuvreux davon aus, dass Kern mit der neuen Führungsstruktur des hinter der französischen LVMH zweitgrößten Luxusgüter-Herstellers haderte. Kern sei als zukünftiger Vorstandschef der Gruppe gesehen worden, aber Richemont sei nach der Pensionierung von Konzernchef Richard Lepeu zu einer Komitee-Struktur gewechselt, betonte Cox.

Auf der Homepage von Richemont äußert sich Richemont-Verwaltungsratspräsident Johann Rupert so:

Goerges hat eine interessante Möglichkeit bekommen. Unternehmer zu werden. Er hatte eine sehr erfolgreiche Karriere bei IWC Schaffhausen und wir wünschen ihm alles Gute.

Zum Luxusgüterkonzern gehören Marken wie Cartier, Piaget und IWC. An der Börse ist die von der südafrikanischen Familie Rupert kontrollierte Firma rund 40 Milliarden Franken wert – mehr als doppelt so viel wie die Swatch Group.

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