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Die Fachmesse Midora findet vom 4. bis 6. September auf dem Leipziger Messegelände statt.
Die Fachmesse Midora findet vom 4. bis 6. September auf dem Leipziger Messegelände statt.

»Der Goldschmied mit seiner Marke«

  • 23.06.2010
  • Messen
  • U.J.S. Redaktion

Wie kann sich der Goldschmied im regionalen Markt dauerhaft behaupten – und dies auch in Zeiten, in denen das Geld beim Kunden nicht locker sitzt? Immerhin ist Schmuck ein Luxusartikel. Zudem bieten die Fachgeschäfte oft ähnliche Sortimente an. Zur Midora vom 4. bis 6. September in Leipzig sucht eine Expertenrunde nach Antworten. Die Podiumsdiskussion am Messesonntag steht unter dem Motto »Der Goldschmied mit seiner Marke«. Im Podium: Rainer Abeler (Geschäftsführer Carl Engelkemper), Hans J. Wiegleb (Präsident des Zentralverbandes der deutschen Goldschmiede, Silberschmiede und Juweliere), Raphael Fischer (Aufsichtsratsvorsitzender Europäische Akademie der Juweliere Gold- und Silberschmiede, FBZ Ahlen) und Monika Schlösser (Chefredakteurin Redaktion Uhren Schmuck markt intern Verlag).

Die Moderation übernimmt Hans Ulrich Jagemann, seines Zeichens Landesinnungsmeister Brandenburg und Berufskollege in einer eher strukturschwachen Region. »Mit der Podiumsdiskussion wollen wir die Goldschmiede in der Region ermutigen, ihren Namen als Marke zu etablieren«, sagt Raphael Fischer, der wie sein Vater Werner Fischer im westfälischen Ahlen und in der Region unter dem Begriff »Gold Fischer« bekannt ist. Dass eine Marke verkaufsfördernd ist, wird niemand bestreiten. Wie aber kann der Goldschmied die Markenführung in Angriff nehmen und steuern? Soll er beispielsweise auch andere Marken verkaufen, und wenn ja in welchem Umfang, sodass sein Angebot nicht als beliebig wahrgenommen wird?

Raphael Fischer ist überzeugt: Das A und O ist die Beobachtung des Marktes vor Ort. Daraus ließen sich geeignete Werbemaßnahmen ableiten, die nicht unbedingt teuer sein müssten. Wichtig sei, die Kompetenz und Leistungsfähigkeit des eigenen Unternehmens prägnant zu bewerben und sich nicht ausschließlich mit Marken, die man im Sortiment führt, zu positionieren. »Idealerweise ist der Goldschmied selbst die Marke«, sagt

Raphael Fischer.

Hans J. Wiegleb sieht das ähnlich: »Handwerk ist regional. In seiner Region muss der Goldschmiedemeister als Experte in Sachen Schmuck, Edelsteine und Edelmetalle gelten. Dabei soll er als handwerklicher Produzent wahrgenommen werden, nicht vorrangig als Händler und schon gar nicht als verlängerter Arm der Industrie.« 4.900 Goldschmiede gibt es in Deutschland, und sie haben die Chance, sich vom Angebotseinerlei in den Innenstädten abzuheben, meint Hans J. Wiegleb. Das Gros der Kollegen kaufe natürlich Waren hinzu, so auch er. Allerdings dürfe man sich nicht von Marken vereinnahmen und sie in den Vordergrund treten lassen. Für ihn ist lediglich die Qualität des Schmucks ausschlaggebend, nicht der Markenname. »Marke bedeutet nicht in jedem Fall auch Qualität«, so Hans J. Wiegleb.

Auch Rainer Abeler plädiert für die Selbstvermarktung. »Wer sein Geschäft auf der Bekanntheit von fremden Mode-Labels aufbaut, macht sich von ihnen abhängig und verliert an Kompetenz gegenüber seinen potenziellen Kunden.« Für den langfristigen Erfolg sei es wichtig, den eigenen Sachverstand als Grundlage für sein Warenangebot und seine Beratungskompetenz in den Vordergrund der werblichen Kommunikation zu stellen, so der Geschäftsführer der Carl Engelkemper GmbH & Co. KG aus Münster.

 

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