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Meilenstein in der Uhrentechnologie: Zenith-Zeitmesser tickt ohne Unruh, Spiralfeder und Anker

  • 26.09.2017
  • Uhren
  • U.J.S. Redaktion

Die Manufaktur präsentiert die präziseste mechanische Armbanduhr aller Zeiten. Zenith schreibt ein neues Kapitel der eigenen Geschichte, und definiert gleichzeitig einen neuen Standard im Schweizer Uhrenbau.

Der Gangregler der Defy Lab besteht aus einem einzigen Stück monokristallinem Silizium und ersetzt die Unruh samt Spiralfeder und Anker.

Zenith definiert mit der Defy Lab und ihrem neuartigen Gangregler die Grenzen im Uhrenbau vollkommen neu, indem die Manufaktur die etablierten, von Christiaan Huygens im 17. Jahrhundert eingeführten Grundlagen der mechanischen Uhr in Frage stellte und auf Basis moderner Technologien und innovativer Materialien einen bahnbrechenden neuen Mechanismus entwickelt hat.

Einige wichtigen Fakten zur Defy Lab

  • Die Defy Lab ist die erste und einzige mechanische Armbanduhr, die eine Evolution und darüber hinaus auch eine erhebliche Optimierung der im Januar 1675 von Christiaan Huygens eingeführten Prinzipien eines Gangreglers basierend auf Unruh und Spiralfeder verkörpert. Seit Christiaan Huygens im Jahr 1675 vor der Französischen Königlichen Akademie der Wissenschaften eine Uhr mit Unruh und Spiralfeder präsentierte blieb dieses noch heute in jeder mechanischen Uhr genutzte Grundprinzip nahezu unverändert. Dieses Prinzip wurde über die Jahre zwar in Teilen verbessert und zu einem Maximum verbessert. Aber dieses als zeitlos und im Grundsatz als unveränderlich angesehene Grundprinzip wurde noch nie vollständig in Frage gestellt.
  • Ein neuartiger Gangregler aus einem einzigen Stück monokristallinem Silizium (mit Anteilen, die dünner sind als ein menschliches Haar) ersetzt die Unruh samt Spiralfeder und Anker. Die über 30 Einzelteile eines herkömmlichen Regulierorgans einer mechanischen Uhr (die aufwändig angefertigt, angepasst, montiert, getestet, geölt und justiert werden müssen) werden bei der Defy Lab durch ein einziges, 0,5 Millimeter hohes Bauteil vollständig ersetzt. Die Bauhöhe eines herkömmlichen Regulierorgans beträgt etwa 5 Millimeter.
  • Diese atemberaubende Entwicklung schlägt mit einer unglaublichen Frequenz von 15 Hertz bei einer Amplitude von +/- 6 Grad und besitzt eine Gangreserve von 60 Stunden – das sind 10 Prozent mehr als beim El Primero – trotz der dreifach höheren Frequenz.
  • Diese hohe Frequenz ermöglicht eine um den Faktor 10 höhere und somit außergewöhnliche Ganggenauigkeit der Uhr. Die durchschnittliche tägliche Gangabweichung der Defy Lab liegt bei 0,3 Sekunden pro Tag (im Vergleich dazu erlauben die COSC Chronometer-Kriterien eine tägliche Gangabweichung in den ersten zehn Tagen des Tests von – 4 Sekunden bis plus 6 Sekunden, also insgesamt bis zu 10 Sekunden pro Tag).
  • Darüber hinaus hält die Defy Lab diese außergewöhnliche Ganggenauigkeit auch weit über 24 Stunden (der Moment, in dem mechanische Uhren üblicherweise an Ganggenauigkeit verlieren weil das Drehmoment des Federhauses signifikant abnimmt). Der neue Gangregler hält diese Ganggenauigkeit sogar über 95 Prozent ihrer Gangreserve.
  • Keine Schmierung notwendig: »Keine Teile die miteinander in Kontakt stehen« bedeutet, keine Reibung und kein Verschleiß und so auch keine Notwendigkeit der Schmierung.
  • Eine Unempfindlichkeit gegenüber Temperaturschwankungen, Schwerkrafteinflüssen und magnetischen Feldern eliminiert exakt die Schwächen der herkömmlichen Unruh/Spiralfedersysteme, die bisher in der Folge zu einer Verminderung der Ganggenauigkeit führten.
  • Die Defy Lab ist dreifach zertifiziert, einschließlich eines Chronometer-Zertifikates des Observatoriums Besançon für das International Bureau of Weights and Measures. Mit Blick auf das Verhalten bei Temperaturschwankungen wurden die Standards der ISO-3159 übertroffen: eine Abweichung von 0,3 Sekunden pro Tag und Grad Celsius wurde zertifiziert, was eine Unterschreitung der in der ISO-Norm vorgegebenen Werte um den Faktor 2 bedeutet. Außerdem erreicht die Defy Lab (als vollständig montierte Uhr) hinsichtlich der Resistenz gegenüber Magnetfeldern 18-fach bessere Werte als in der ISO-764 vorgegeben. In der Realität widersteht die Uhr Magnetfeldern bis 88.000 Ampere pro Meter oder 1.100 Gauss, ohne das hierzu ein spezielles Innengehäuse notwendig wäre.

Das Exterior der Defy Lab

  • Es ist die erste Uhr mit einem Gehäuse (Durchmesser 44 mm) aus Aeronith, dem weltweit leichtesten Aluminium-Composite.
  • Dieses neue Material wurde in einem neuen High-Tech-Verfahren inhouse entwickelt. Es besteht aus einem soliden Metallschwamm, dessen absolut gleichmäßig verteilte Poren mit einem Composite-Material versteift sind. Das High-Tech-Material Aeronith besitzt eine Dichte von nur 1,6 kg/dm3. Es ist somit 2,7 mal leichter als Titan, 1,7 mal leichter als Aluminium und 10 Prozent leichter als Karbonfaser-Verbundwerkstoff. 
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